Hund mit Hundefutter, Reis und Huhn zum Thema Reis im Hundefutter und Verträglichkeit

Reis im Hundefutter: gut verträglich oder unnötiger Füllstoff?

Du stehst vor dem Futterregal, drehst einen Sack Hundefutter um und entdeckst in der Zutatenliste: Reis. Vielleicht kommt direkt der Gedanke: „Getreide? Ist das nicht eigentlich schlecht für Hunde?“

Damit bist du nicht allein. „Getreidefrei“ hat sich in den letzten Jahren fast zu einem Qualitätssiegel entwickelt. Was ohne Getreide auskommt, wirkt automatisch natürlicher, hochwertiger und näher an der ursprünglichen Ernährung des Hundes.

Ganz so einfach ist es allerdings nicht.

Denn Reis ist für Hunde nicht grundsätzlich problematisch. Auch getreidefreies Hundefutter ist nicht automatisch besser. Viel wichtiger ist die Frage: Was steckt insgesamt im Futter – und wie gut kommt dein Hund damit zurecht?

Schauen wir uns deshalb genauer an, welche Rolle Reis im Hundefutter spielen kann und wann eine andere Rezeptur sinnvoller ist.

Ist Reis grundsätzlich schlecht für Hunde?

Nein.

Reis gehört zwar zu den Getreidearten, ist deshalb aber nicht automatisch ein unerwünschter Bestandteil im Hundefutter. Er liefert vor allem Kohlenhydrate und damit Energie.

Entscheidend ist dabei weniger die Frage, ob ein Futter überhaupt Reis enthält, sondern welche Funktion er innerhalb der gesamten Rezeptur übernimmt.

Genau hier liegt auch der Unterschied zwischen einer sinnvoll zusammengestellten Mahlzeit und einem Futter, bei dem günstige Kohlenhydratquellen einen unverhältnismässig grossen Teil der Rezeptur ausmachen.

Ein Blick auf die Zutatenliste lohnt sich deshalb immer.

Bei Futtermittelallergien kommt hinzu: Reis kann theoretisch ebenfalls eine Reaktion auslösen, gehört bei Hunden aber zu den weniger häufig beschriebenen Futtermittelallergenen. Deutlich häufiger werden beispielsweise bestimmte tierische Proteinquellen sowie unter anderem Weizen genannt.

Die Aussage „Getreide verursacht Allergien“ greift daher zu kurz.

Warum getreidefrei nicht automatisch besser bedeutet

Das Label „grain free“ klingt erstmal ziemlich überzeugend. Aber eine Rezeptur wird nicht allein dadurch hochwertig, dass Reis, Mais, Gerste oder andere Getreidesorten fehlen.

Denn irgendwoher müssen Energie und Kohlenhydrate trotzdem kommen.

In getreidefreien Futtersorten werden deshalb häufig andere Zutaten eingesetzt, beispielsweise Kartoffeln, Erbsen, Linsen oder andere Hülsenfrüchte.

Das kann hervorragend funktionieren. Es macht das Futter aber nicht automatisch besser.

Auch die US-amerikanische FDA weist im Zusammenhang mit Untersuchungen zur nicht erblichen dilatativen Kardiomyopathie bei Hunden darauf hin, dass sich Ernährung nicht sinnvoll auf die einfache Gegenüberstellung „getreidefrei oder mit Getreide“ reduzieren lässt. In gemeldeten Fällen spielten unter anderem Rezepturen mit hohen Anteilen bestimmter Hülsenfrüchte eine Rolle; ein eindeutiger einzelner Auslöser wurde dabei nicht festgestellt.

Für den Alltag bedeutet das vor allem:

Schau nicht nur auf grosse Werbeversprechen auf der Vorderseite des Futtersacks. Schau auf die gesamte Rezeptur.

Ein gutes Hundefutter sollte zu Alter, Grösse, Aktivität, Energiebedarf und individueller Verträglichkeit deines Hundes passen.

Und wenn dein Hund Reis problemlos verträgt, gibt es keinen grundsätzlichen Grund, ihn allein wegen des Trends zu getreidefreier Ernährung vom Speiseplan zu streichen.

Wann kann Hundefutter mit Reis sinnvoll sein?

Ein Futter mit Reis kann eine interessante Option sein, wenn dein Hund mit der Rezeptur gut zurechtkommt und du eine unkomplizierte Ernährung für den Alltag suchst.

Gerade bei der Futterwahl wird manchmal so stark auf einzelne Zutaten geschaut, dass das Wesentliche verloren geht: Am Ende frisst dein Hund keine isolierte Portion Reis, kein einzelnes Stück Fleisch und keine einzelne Mineralstoffquelle.

Er frisst eine komplette Rezeptur.

Deshalb solltest du beispielsweise darauf achten:

  • Welche tierischen Proteinquellen sind enthalten?
  • Welche Kohlenhydratquellen werden eingesetzt?
  • Wie hoch sind Protein- und Fettgehalt?
  • Passt das Futter zu Alter, Grösse und Aktivitätsniveau?
  • Wie sieht die Deklaration aus?
  • Und vor allem: Wie verträgt dein Hund das Futter langfristig?

Normaler Kot, stabile Verdauung, ein gesundes Körpergewicht, gute Futterakzeptanz sowie Haut und Fell können dir im Alltag Hinweise darauf geben, ob die Ernährung zu deinem Hund passt.

Zwei Beispiele aus der VET-Line – aber zwei unterschiedliche Rezepturen

Bei PURE findest du beispielsweise zwei VET-Line Trockenfutter mit Huhn und Reis.

Wichtig dabei: Es handelt sich nicht einfach um dasselbe Futter mit unterschiedlich grossen Kroketten.

Das VET-Line Huhn & Reis Large Adult wurde für ausgewachsene Hunde grosser Rassen konzipiert. Die Rezeptur enthält 27 % getrocknetes Huhn und 14 % Reis sowie unter anderem Mais, Gerste, Geflügelfett, getrockneten Fisch, Leinsamen und Lachsöl. Die Kroketten haben einen Durchmesser von rund 1,6 cm.

Das VET-Line Huhn & Reis Small & Medium Adult richtet sich dagegen an ausgewachsene kleine und mittelgrosse Hunde. Es enthält 15 % getrocknetes Huhn und 4 % Reis und besitzt mit rund 1 cm kleinere Kroketten. Auch die übrige Deklaration unterscheidet sich von der Large-Adult-Rezeptur.

Die Produkte zeigen ganz gut, warum es sich lohnt, bei Hundefutter genauer hinzusehen.

„Huhn & Reis“ beschreibt zwar die Geschmacksrichtung beziehungsweise zentrale Bestandteile. Was am Ende tatsächlich im Napf landet, erkennst du aber erst an der vollständigen Zusammensetzung.

Und wann kann getreidefreies Hundefutter sinnvoller sein?

Natürlich gibt es genauso Situationen, in denen du Reis oder bestimmte Getreidesorten bewusst vermeiden möchtest.

Vielleicht hast du bereits festgestellt, dass dein Hund ein bestimmtes Futter nicht verträgt. Vielleicht wurde in Zusammenarbeit mit deinem Tierarzt eine Unverträglichkeit oder Allergie abgeklärt. Oder du möchtest aus anderen Gründen eine Rezeptur mit möglichst wenigen Zutaten auswählen.

Dann kann ein getreidefreies Futter eine passende Option sein.

Wichtig ist nur, getreidefrei nicht mit hypoallergen gleichzusetzen.

Ein Hund kann schliesslich nicht nur auf Getreide reagieren. Bei Futtermittelallergien spielen häufig Proteine eine zentrale Rolle. Als häufige Allergene bei Hunden werden unter anderem Rind, Milchprodukte und Huhn beschrieben.

Ein getreidefreies Hühnerfutter hilft einem Hund mit einer Hühnerallergie entsprechend wenig.

Deshalb sollte die Auswahl immer zur tatsächlichen Ursache passen.

Wann ist Single-Protein interessant?

Single-Protein bedeutet zunächst einmal, dass die Rezeptur nur eine tierische Proteinquelle enthält.

Das kann praktisch sein, wenn du die Ernährung deines Hundes bewusst übersichtlich halten möchtest oder bereits weisst, welche tierische Proteinquelle er gut verträgt.

Ein Beispiel ist das Nassfutter PURE Hundemenü Huhn & Reis oder das getreidefreie Trockenfutter PURE Supreme Nature Huhn.

Das Nassfutter enthält 65 % Huhn aus Fleisch und Innereien sowie 4 % Reis. Die tierische Proteinquelle stammt ausschliesslich vom Huhn. Gleichzeitig ist die Rezeptur weizenfrei und kommt ohne Konservierungsstoffe sowie künstliche Farb- und Aromastoffe aus.

Wer lieber Trockenfutter füttert und bewusst auf Getreide verzichten möchte, findet mit PURE Supreme Nature Huhn eine passende Alternative mit Huhn als tierischer Proteinquelle. So lässt sich je nach Fütterungsform und individueller Verträglichkeit zwischen einer Rezeptur mit Reis und einer getreidefreien Variante wählen.

Gerade wenn du eine übersichtlich deklarierte Rezeptur möchtest, kann das interessant sein.

Aber auch hier gilt: Single-Protein ist kein Synonym für hypoallergen.

Hat dein Hund beispielsweise bereits häufig Huhn gefressen und besteht der Verdacht auf eine Futtermittelallergie, ist eine Huhn-Single-Protein-Rezeptur nicht automatisch die richtige Wahl.

Eine echte Futtermittelallergie lässt sich zuverlässig über eine konsequent durchgeführte Eliminationsdiät mit anschliessender Provokation überprüfen. Welche Proteinquelle dafür geeignet ist, hängt unter anderem davon ab, was dein Hund zuvor bereits gefressen hat. Bei entsprechendem Verdacht solltest du deshalb gemeinsam mit deinem Tierarzt vorgehen.

Füllstoff oder sinnvoller Bestandteil? Die Menge allein erzählt nicht die ganze Geschichte

Der Begriff „Füllstoff“ wird in Diskussionen über Hundefutter ziemlich schnell verwendet.

Reis drin? Füllstoff.

Mais drin? Füllstoff.

Kartoffeln drin? Je nach Kommentarspalte vermutlich ebenfalls Füllstoff.

Für eine sinnvolle Beurteilung bringt uns das nicht besonders weit.

Denn eine Zutat sollte danach beurteilt werden, warum sie enthalten ist, wie viel davon eingesetzt wird und wie sie mit den anderen Bestandteilen der Rezeptur zusammenspielt.

Kohlenhydrate können beispielsweise Energie liefern. Fette liefern Energie und essentielle Fettsäuren. Tierische und pflanzliche Zutaten liefern unterschiedliche Nährstoffe. Vitamine und Mineralstoffe ergänzen die Rezeptur.

Kein einzelner Bestandteil entscheidet darüber, ob ein Futter zu deinem Hund passt.

Das gilt übrigens in beide Richtungen.

Ein hoher Fleischanteil auf der Verpackung macht ein Futter nicht automatisch perfekt. Und ein Reisanteil macht ein Futter nicht automatisch minderwertig.

Die Gesamtrezeptur zählt.

Der beste Test findet am Ende im Futternapf statt

Zutatenlisten können viel verraten. Sie können dir aber nicht vollständig vorhersagen, wie dein eigener Hund auf ein Futter reagiert.

Zwei Hunde derselben Rasse, im selben Alter und mit ähnlichem Gewicht können bei derselben Futtersorte durchaus unterschiedliche Erfahrungen machen.

Deshalb lohnt es sich, nach einer Umstellung ein paar Dinge im Auge zu behalten:

Wie ist der Kot?

Hat sich die Häufigkeit verändert?

Frisst dein Hund das Futter gerne?

Bleibt sein Gewicht stabil?

Wirkt die Verdauung ruhig?

Gibt es auffälligen Juckreiz, wiederkehrende Ohrenprobleme oder andere Veränderungen?

Ein einzelner weicher Kot bedeutet natürlich noch keine Unverträglichkeit. Wenn Beschwerden jedoch anhalten, stark sind oder immer wieder auftreten, solltest du sie tierärztlich abklären lassen, statt auf eigene Faust immer neue Futtersorten auszuprobieren.

Neues Trockenfutter richtig einführen: lieber langsam als Napf-Revolution

Kennst du das? Das neue Futter kommt an, der Hund findet den Geruch fantastisch und am liebsten würdest du direkt den kompletten Napf damit füllen.

Für die Verdauung ist ein etwas langsamerer Start meistens angenehmer.

Veterinärmedizinische Empfehlungen sehen bei einem Futterwechsel häufig eine schrittweise Umstellung über ungefähr 7 bis 14 Tage vor. Bei empfindlichen Hunden kann auch ein langsamerer Wechsel sinnvoll sein.

Als einfache Orientierung kannst du beispielsweise so vorgehen:

Tag 1–2

Etwa 75 % bisheriges Futter und 25 % neues Futter.

Tag 3–4

Etwa 50 % bisheriges Futter und 50 % neues Futter.

Tag 5–6

Etwa 25 % bisheriges Futter und 75 % neues Futter.

Ab Tag 7

Wenn dein Hund alles gut verträgt, kannst du vollständig auf das neue Futter wechseln.

Das ist kein starrer Fahrplan. Ein Hund mit empfindlicher Verdauung darf deutlich mehr Zeit bekommen.

Werden Kot oder Verdauung während der Umstellung auffällig, kannst du die Geschwindigkeit reduzieren. Bei stärkerem oder anhaltendem Durchfall, Erbrechen, Appetitverlust oder anderen gesundheitlichen Auffälligkeiten solltest du deinen Tierarzt kontaktieren.

Fazit: Reis ist weder Qualitätsmerkmal noch Warnsignal

Ist Reis im Hundefutter also gut?

Die sinnvollere Antwort lautet: Es kommt auf deinen Hund und auf das gesamte Futter an.

Reis ist nicht grundsätzlich schlecht und ein Futter ist nicht automatisch minderwertig, nur weil es Getreide enthält.

Genauso wenig ist eine Rezeptur automatisch hochwertiger, nur weil gross „grain free“ auf der Verpackung steht.

Was zählt, ist das Gesamtbild:

eine zur Lebensphase passende Rezeptur, nachvollziehbare Zutaten, eine bedarfsgerechte Nährstoffversorgung und vor allem eine gute individuelle Verträglichkeit.

Wenn dein Hund mit Huhn und Reis bestens zurechtkommt, gibt es keinen Grund, Reis allein aufgrund eines Ernährungstrends zu vermeiden. Falls dein Hund dagegen sensibel reagiert oder ein konkreter Allergieverdacht besteht, kann eine gezielter ausgewählte Rezeptur sinnvoll sein.

Bei PURE findest du deshalb bewusst unterschiedliche Möglichkeiten – von alltagstauglichen VET-Line Trockenfuttern bis zu klar deklarierten PURE Nassfutter-Rezepturen.

Am Ende soll nicht ein Trend entscheiden, was im Napf landet, sondern das, was wirklich zu deinem Hund passt.

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