Trocken- und Nassfutter beim Hund kombinieren: So gelingt Mischfütterung
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Trockenfutter am Morgen, Nassfutter am Abend oder beides zusammen im Napf: Viele Hundehalter möchten beide Futterarten kombinieren. Spätestens bei der Menge wird es aber etwas knifflig. Denn 100 Gramm Trockenfutter liefern deutlich mehr Energie als 100 Gramm Nassfutter.
Ein gesunder ausgewachsener Hund kann Trocken- und Nassfutter in der Regel problemlos kombiniert bekommen. Wichtig ist, dass die gesamte Tagesration zu seinem Energiebedarf passt und beide Produkte für seine Lebensphase geeignet sind. Einfach dieselbe Grammmenge von beiden Futtersorten zu füttern, ergibt keine 50:50-Mischung.
Was bedeutet Mischfütterung beim Hund?
Bei der Mischfütterung bekommt der Hund sowohl Trocken- als auch Nassfutter. Wie Du beides aufteilst, bleibt Dir überlassen. Du kannst die Futterarten gemeinsam in den Napf geben, auf verschiedene Mahlzeiten verteilen oder mit einem festen Verhältnis arbeiten, zum Beispiel 50 Prozent trocken und 50 Prozent nass.
Auch ein Wechsel zwischen Trocken- und Nassfutter an verschiedenen Tagen ist möglich.
Es gibt dabei nicht die eine richtige Methode. Manche Hunde vertragen beide Futterarten gemeinsam im Napf problemlos. Bei anderen ist es übersichtlicher, morgens Trockenfutter und abends Nassfutter zu geben. Entscheidend sind die passende Tagesmenge und die Verträglichkeit.
Darf man Trocken- und Nassfutter mischen?
Ja, sofern Dein Hund gesund ist und die Futtersorten zu ihm passen. Trocken- und Nassfutter müssen nicht grundsätzlich getrennt gefüttert werden, nur weil sie unterschiedlich verdaut werden.
Viel wichtiger ist, wie Dein Hund auf die Kombination reagiert. Neigt er bei Futterwechseln zu weichem Kot, Blähungen oder Erbrechen, solltest Du die neue Fütterung langsam einführen.
Auch die Zusammensetzung spielt eine Rolle. Ein plötzlicher Wechsel von einem eher fettarmen auf ein deutlich fettreicheres Futter kann die Verdauung stärker belasten als eine schrittweise Umstellung.
Der häufigste Fehler: nach Gramm statt nach Energie mischen
Trockenfutter enthält wenig Wasser und liefert deshalb pro Gramm deutlich mehr Energie. Nassfutter besteht zu einem grossen Teil aus Feuchtigkeit. Eine Portion Nassfutter ist daher meist wesentlich grösser, obwohl sie ähnlich viele Kalorien liefern kann.
100 Gramm Trockenfutter plus 100 Gramm Nassfutter sind also keine 50:50-Fütterung.
Ebenso wenig solltest Du zur vollständigen Trockenfutterration einfach noch einige hundert Gramm Nassfutter geben. Damit steigt die Energiezufuhr schnell deutlich über den tatsächlichen Bedarf.
So berechnest Du eine 50:50-Mischung
Für den Alltag kannst Du Dich an den Fütterungsempfehlungen der beiden Produkte orientieren. Suche zunächst die jeweilige vollständige Tagesration für das Gewicht und Aktivitätsniveau Deines Hundes.
Möchtest Du die Futtermenge ungefähr zur Hälfte auf Trocken- und Nassfutter verteilen, verwendest Du von beiden Tagesrationen jeweils 50 Prozent.
| Futterart | Vollständige Tagesempfehlung | Menge bei 50:50 |
|---|---|---|
| Trockenfutter | 240 g | 120 g |
| Nassfutter | 800 g | 400 g |
In diesem Beispiel bekommt der Hund pro Tag 120 Gramm Trockenfutter und 400 Gramm Nassfutter.
Die Zahlen dienen nur als Rechenbeispiel. Entscheidend sind immer die Fütterungsempfehlungen der Produkte, die Du tatsächlich verwendest.
Möchtest Du beispielsweise 70 Prozent Trockenfutter und 30 Prozent Nassfutter füttern, nimmst Du 70 Prozent der empfohlenen Trockenfutter-Tagesmenge und 30 Prozent der Nassfutter-Tagesmenge.
Fütterungstabellen liefern allerdings nur Ausgangswerte. Alter, Aktivität, Kastration, Körperbau und Stoffwechsel beeinflussen den tatsächlichen Energiebedarf. Behalte deshalb Gewicht und Körperform Deines Hundes im Auge und passe die Ration bei Bedarf an.
Auch die WSAVA weist darauf hin, dass Kalorienempfehlungen Richtwerte sind und der tatsächliche Bedarf eines Hundes davon abweichen kann.
Alleinfuttermittel oder Ergänzungsfutter?
Ein Blick auf die Deklaration ist wichtig. Steht auf beiden Verpackungen „Alleinfuttermittel“, sind die Rezepturen darauf ausgelegt, den Hund bei korrekter Fütterung mit den notwendigen Nährstoffen zu versorgen.
Bei Ergänzungsfuttermitteln, Reinfleischdosen oder selbst zusammengestellten Rationen ist das anders. Eine reine Fleischdose ist beispielsweise nicht automatisch eine vollständige Mahlzeit. Je nach Produkt müssen weitere Bestandteile ergänzt werden.
Die einfache Berechnung über zwei Fütterungstabellen funktioniert deshalb vor allem dann zuverlässig, wenn beide Futtersorten als Alleinfuttermittel für die entsprechende Lebensphase ausgewiesen sind.
Die europäischen FEDIAF-Richtlinien unterscheiden ebenfalls zwischen Allein- und Ergänzungsfuttermitteln und beziehen die Nährstoffempfehlungen auf die aufgenommene Energie.
Zusammen im Napf oder getrennte Mahlzeiten?
Beides ist möglich.
Trocken- und Nassfutter gemeinsam in den Napf zu geben, kann praktisch sein, wenn Dein Hund Trockenfutter mit etwas Nassfutter lieber frisst. Getrennte Mahlzeiten machen es dagegen oft leichter, die Mengen im Blick zu behalten. Falls Dein Hund etwas nicht verträgt, lässt sich so auch eher erkennen, welche Futterart dafür infrage kommt.
Mischst Du Nassfutter unter das Trockenfutter, sollten Reste nicht lange stehen bleiben. Durch die Feuchtigkeit verdirbt die Mischung schneller als trockenes Futter allein.
Mehr dazu findest Du in unserem Ratgeber „Geöffnetes Nassfutter richtig lagern“.
Mischfütterung langsam einführen
Selbst wenn Dein Hund beide Futtersorten bereits kennt, lohnt sich eine langsame Umstellung. Beginne mit einer kleinen Menge des neuen Futters und erhöhe den Anteil über mehrere Tage. Für viele Hunde passt eine Umstellung über ungefähr eine Woche. Bei empfindlicher Verdauung kann es länger dauern.
Achte in dieser Zeit besonders auf Kotkonsistenz und Häufigkeit, Appetit, Blähungen oder auffällige Darmgeräusche. Auch neue Hautreaktionen oder Juckreiz solltest Du im Blick behalten. Gewicht und Körperform zeigen Dir längerfristig, ob die Gesamtmenge passt.
Bei anhaltendem Durchfall, wiederholtem Erbrechen, starker Müdigkeit oder anderen deutlichen Beschwerden sollte die Ursache tierärztlich abgeklärt werden.
Was ist mit Leckerli und Kauartikeln?
Auch Belohnungen liefern Energie. Trainingssnacks, Kauartikel und andere Leckerli gehören deshalb zur Tagesration.
Gerade bei der Mischfütterung wird das leicht unterschätzt. Ein bisschen Trockenfutter, etwas Nassfutter und mehrere Belohnungen über den Tag wirken für sich genommen nicht nach viel. Zusammengerechnet kann die Futtermenge trotzdem deutlich zu hoch sein.
Bekommt Dein Hund regelmässig viele Snacks, solltest Du die Hauptmahlzeiten entsprechend anpassen.
Welche PURE-Produkte lassen sich kombinieren?
Für die Mischfütterung kannst Du ein passendes Trocken-Alleinfutter mit einem Nassfutter-Menü kombinieren. Wichtig sind die Verträglichkeit und die richtige Gesamtmenge.
Bei empfindlichen Hunden kann es sinnvoll sein, die Auswahl übersichtlich zu halten und nicht laufend zwischen verschiedenen Proteinquellen zu wechseln.
Als Trockenfutter kommen zum Beispiel PURE Supreme Ente & Lachs oder PURE Kaninchen & Kürbiskerne infrage.
Beim Nassfutter kannst Du vollständige Menüs wie Hundemenü Rind & Geflügel oder Hundemenü Huhn & Reis verwenden.
Hat Dein Hund bekannte Unverträglichkeiten oder befindet er sich in einer Ausschlussdiät, sollte die Auswahl gezielt erfolgen. Mehrere zusätzliche Fleisch- und Proteinquellen machen es sonst schwieriger herauszufinden, worauf er reagiert.
Wann sollte die Fütterung individuell abgeklärt werden?
Bei gesunden ausgewachsenen Hunden lässt sich eine Mischfütterung meist gut anhand der Deklarationen und Fütterungstabellen planen.
Anders sieht es bei Welpen, starkem Über- oder Untergewicht, chronischen Erkrankungen, wiederkehrenden Verdauungsproblemen oder tierärztlich verordneten Diäten aus.
Welpen brauchen ein Futter, das ausdrücklich für die Wachstumsphase geeignet ist. Bei therapeutischen Diäten kann bereits das regelmässige Beimischen eines anderen Futters die vorgesehene Nährstoffzusammensetzung verändern. Solche Kombinationen solltest Du mit dem Tierarzt oder einer qualifizierten Ernährungsberatung abstimmen.
Abwechslung ohne Trocken- und Nassfutter zu mischen
Vielleicht möchtest Du gar nicht dauerhaft zwei Futtersorten miteinander kombinieren, Deinem Hund aber trotzdem gelegentlich eine andere Konsistenz oder Geschmacksrichtung anbieten.
Dafür sind die PURE Hundewürste eine praktische Möglichkeit. Sie sind Alleinfuttermittel für ausgewachsene Hunde und können eine vollständige Mahlzeit ersetzen. Die Wurst lässt sich einfach portionieren und direkt in den Napf geben.
Wichtig ist auch hier die Menge: Die Hundewurst kommt anstelle einer entsprechenden Mahlzeit in den Napf und nicht zusätzlich zur normalen Tagesration.
Häufige Fragen zur Mischfütterung beim Hund
Kann ich Trocken- und Nassfutter täglich kombinieren?
Ja. Wenn Dein Hund beide Futterarten verträgt, sie für seine Lebensphase geeignet sind und die Gesamtmenge stimmt, kannst Du sie täglich kombinieren.
Ist eine 50:50-Mischung immer die beste Lösung?
Nein. Das Verhältnis kann zu Deinem Alltag, den Vorlieben Deines Hundes und seinem Bedarf passen. Wichtig ist, dass sich 50:50 auf die jeweilige vollständige Tagesration bezieht und nicht auf dieselbe Grammzahl.
Muss ich Trocken- und Nassfutter in getrennten Mahlzeiten geben?
Nein. Du kannst beide Futterarten gemeinsam oder getrennt füttern. Nimm die Variante, die Dein Hund gut verträgt und bei der Du die Mengen zuverlässig im Blick behältst.
Kann ich Nassfutter einfach als Topping auf die volle Trockenfutterration geben?
Auch eine kleine Menge Nassfutter liefert zusätzliche Energie. Wenn Du regelmässig Nassfutter ergänzt, solltest Du deshalb die Trockenfuttermenge entsprechend reduzieren.
Wie merke ich, dass die Gesamtmenge zu hoch ist?
Eine schleichende Gewichtszunahme ist ein deutlicher Hinweis. Kontrolliere Gewicht und Körperform regelmässig. Werden Taille und Rippen zunehmend schwerer erkennbar beziehungsweise tastbar, solltest Du die Ration überprüfen.
Kann ich statt einer Mischfütterung einzelne Mahlzeiten abwechseln?
Ja. Ein gesunder Hund, der beide Futtersorten kennt und verträgt, kann zum Beispiel morgens Trockenfutter und abends Nassfutter bekommen. Entscheidend bleibt die gesamte Tagesmenge.